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Mord nach fahrplan
Filmdaten
Deutscher Titel: Mord nach Fahrplan
Originaltitel: The A.B.C. Murders
Produktionsland: Großbritanien
Erscheinungsjahr: Filmjahr 1992
Länge: 102 min Minuten
Originalsprache: englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Andrew Grieve
Drehbuch: Russell Murray
Produktion: Granada Television
Besetzung
  • David Suchet - Hercule Poirot
  • Hugh Fraser - Cpt. Arthur Hastings
  • Philip Jackson - Chief Inspector James Japp
  • Donald Sumpter - Alexander Bonaparte Cust
  • Donald Douglas - Franklin Clarke
  • Nicholas Farrell - Donald Fraser
  • Pippa Guard - Megan Barnard
  • Cathryn Bradshaw - Mary Drower
  • Nina Marc - Thora Grey
  • David McAlister - Inspector Glen
  • Vivienne Burgess - Lady Clarke
  • Ann Windsor - Miss Marion
  • Michael Mellinger - Franz Ascher
  • Miranda Forbes - Mrs. Turton
  • Peter Penry-Jones - Superintendent Carter
  • Lucinda Curtis - Mrs. Marbury
  • Jeremy Hawk - Deveril
  • Allan Mitchell - Dr. Kerr
  • Philip Anthony - Doctor
  • Andrew Williamson - Man in Library
  • John Breslin - Mr. Barnard
  • Clifford Milner - Constable
  • Claude Close - Doncaster Sergeant
  • Alex Knight - Andover Sergeant
  • David Richard-Fox - Scotland Yard Sergeant
  • Campbell Graham - Mr. Downes
  • Gordon Salkilld - Commissionaire
  • Norman McDonald - Mr. Strange
  • Jane Birdsall - Nurse

"Die Morde des Herrn ABC" (Originaltitel: "The A.B.C. Murders") ist der 18. Kriminalroman von Agatha Christie.   Er erschien zuerst am 6. Januar 1936 im Vereinigten Königreich im "Collins Crime Club" und am 14. Februar desselben Jahres bei "Dodd, Mead and Company" in den USA. Bereits im folgenden Jahr gab der Tal-Verlag Leipzig die erste deutsche Übersetzung von Kurt Ziegler unter dem  Titel "Der ABC Fahrplan" heraus. Der Film ist der erste Teil der 4. Staffel (bestehend aus drei Filmen) der TV-Serie "Agatha Christie -  Poirot", die von 1989 bis zum Serienende 2013 mit David Suchet in der Titelrolle von "Granada TV" produziert wurde. Er wurde erstmals am 5. Jan. 1992 im britischen Fernsehen gezeigt.

Handlung:Bearbeiten

Hastings wird nach seiner Rückkehr aus Südamerika von seinem Freund Poirot in dessen Wohnung eingeladen. Als Mitbringsel schenkt er dem Detektiv ein ausgestopftes Krokodil, über das der Belgier nicht grad erfreut ist. (Am Ende der Folge findet sich dann doch noch ein Abnehmer für das ausgestopfte Tier, sehr zur Freude von Poirot) Aber auch Poirot hat eine Überraschung für seinen Freund. Er berichtet ihm von einem anonymen Brief, der mit ABC unterzeichnet wurde, in dem ihm als Herausforderung für einen bestimmten Tag im Ort Andover eine Straftat angekündigt wird, die er nun entweder zu vereiteln oder aufzuklären habe. Während Hastings den Brief als Blödsinn abtut, ist Poirot beunruhigt und hat daher auch Scotland Yard in der Person von Chefinspektor Japp informiert. Als am fraglichen Tag keine Meldung aus Andover kommt, sind zunächst alle beruhigt. Doch am folgenden Tag wird die Leiche von Alice Ascher gefunden, die wohl am Abend zuvor umgebracht wurde. Die alte Frau war Besitzerin eines kleinen Tabakladens, wo sie von ihrem letzten Kunden hinterrücks erschlagen wurde.
Poirot und Hastings schließen nach ihren Befragungen schnell aus, dass der von ihr getrennt lebende Ehemann Franz Ascher, ein gebürtiger Deutscher, trotz seiner Rachsucht und Aggressivität die Tat vollbracht hat, da seine Ehefrau ihm wohl kaum den Rücken zugewendet haben könnte. Auf der Ladentheke fällt ihnen jedoch erstmals ein zurückgelassener Eisenbahnfahrplan auf, ein so genannter ABC-Plan, da dort alle Angaben alphabetisch angeordnet sind. Dadurch ergibt sich nun die Aufschlüsselung des Pseudonyms, das der Täter absichtlich zurückgelassen hat. Poirot befürchtet weitere Briefe und Morde.
Wenig später erhält er die nächsten Briefe, in denen weitere Tatorte und Morde angekündigt werden, die er erneut nicht verhindern kann: Betty Barnard in Bexhill-on-Sea und Sir Carmichael Clarke in Churston.
Poirot und die Polizei tappen zunächst im Dunkeln, aber eine Reihe von Hinweisen deutet auf einen Hausierer hin, der Strümpfe und Strumpfhosen vertreibt. Denn bereits beim ersten Mordfall hatten sie in der kargen Wohnung Alice Aschers ausgerechnet ein Paar nagelneuer Seidenstrümpfe gefunden, und auch eine erste Zeugin beschwerte sich über die Aufdringlichkeit eines Hausierers. Als der vierte Mord in Doncaster schiefgeht, stellt sich ein Strumpfhändler namens Alexander Bonaparte Cust der Polizei und legt ein Geständnis ab.
Der Fall scheint abgeschlossen, aber trotz der Tatsache, dass Cust die Taten zugegeben hat, behauptet er, niemals von Hercule Poirot gehört zu haben, und kann auch die Briefe nicht erklären, obwohl sie auf seiner eigenen Schreibmaschine verfasst wurden. Cust leidet an Epilepsie und hat Erinnerungslücken. So kann er sich nicht an die eigentlichen Taten erinnern, glaubt aber, die Taten ausgeführt zu haben, da er stets in der Nähe bzw. am Tatort war. Außerdem deutet er Hinweise, wie zum Beispiel Blutflecken auf den Manschetten seines Hemdes (die jedoch vom tatsächlichen Mörder dort platziert wurden), als Beleg für seine eigene Täterschaft. Poirot wird misstrauisch und recherchiert weiter.
In einer raschen Wendung des Falls kann Poirot belegen, dass der Bruder von Sir Carmichael Clarke, Franklin Clarke, der nach dessen Reichtum trachtete, die Morde als die eines verrückten Serienmörders aussehen lassen wollte, um damit von dem Mord an seinem Bruder abzulenken. Franklin hatte Cust zufällig getroffen und ihn ohne sein Wissen als „Vollstrecker“ seines Plans ausgewählt. Er arrangierte es so, dass Cust als Handlungsreisender eingestellt wurde, und stellte sicher, dass seine Route in der vorgegebenen Bahn ablaufen würde, damit er jeweils an den Tatorten passgenau auftauchen würde. Außerdem schickte er Cust eine Schachtel mit ABC-Eisenbahnfahrplänen und eine Schreibmaschine, auf der er bereits die ABC-Briefe getippt hatte. (Wikipedia)

Kritik:Bearbeiten

Dieser Film ist einer der gelungensten der ganzen Serie. Die Handlung ist um das Jahr 1936 angesiedelt, womit für den Zuschauer eine eindeutig wiedererkennbare Periode eingegrenzt wird. Die Episode hält sich, mit sehr geringen Abstrichen an Charakteren und kleinen Details eng an die Romanvorlage. So wird im Film die Krankheit von Cust nur angedeutet, was im Roman explizit gesagt wird (Epilepsie). Im Roman ist Poirot das erste Mal in Whitehaven Mansions ansässig, in der Serie wohnt er von Anfang an dort. Gekonnt lenken die spielenden Akteure die Handlung in einen logischen und spannungsgeladen Aufbau. Die unterschiedlichen Charaktere werden präzise hervorgehoben. Der Film zeigt eine tiefenpsychologische Tätersuche mit sozialkritischen Elementen. "...eine kriminologische Literaturverfilmung (zu) hundert Prozent!" (Stefan H. Bußhardt)

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